{"id":11017,"date":"2011-01-29T23:26:37","date_gmt":"2011-01-29T22:26:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=11017"},"modified":"2011-01-30T00:16:12","modified_gmt":"2011-01-29T23:16:12","slug":"nach-der-jagd-ist-vor-der-jagd-bejagung-schadet-dem-naturlichen-gleichgewicht-der-wildtierpopulation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/nach-der-jagd-ist-vor-der-jagd-bejagung-schadet-dem-naturlichen-gleichgewicht-der-wildtierpopulation\/","title":{"rendered":"Nach der Jagd ist vor der Jagd: Bejagung schadet dem nat\u00fcrlichen Gleichgewicht der Wildtierpopulation."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_10959\" aria-describedby=\"caption-attachment-10959\" style=\"width: 170px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-10959\" title=\"Unsere Autorin K. Tiepelmann hat eine kritischen Blick auf die J\u00e4gerschaft.\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/tiepelmann.jpg\" alt=\"Unsere Autorin K. Tiepelmann hat eine kritischen Blick auf die J\u00e4gerschaft.\" width=\"170\" height=\"127\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10959\" class=\"wp-caption-text\">K. Tiepelmann blickt kritisch auf die J\u00e4gerschaft.<\/figcaption><\/figure>\n<p><em><\/em><\/p>\n<p><em>Unsere Autorin setzt sich seit langem kritisch mit Positionen der J\u00e4gerschaft auseinander. Ihre hier dargelegte Argumentation hat sie in Auseinandersetzung mit Argumentationen des Land\u00adwirt\u00adschaft\u00adlichen Kreis\u00adver\u00adbandes Hoch\u00adsau\u00aderland, der Kreis\u00adj\u00e4\u00adger\u00adschaft sowie des Wald\u00adbau\u00adern\u00adver\u00adbandes entwickelt. Ihre These: Die Jagd auf Wildscheine hat das paradoxe Ergebniss der Vermehrung des Schwarzwildbestandes.<\/em><\/p>\n<p><strong>Erfolg versprechend scheint die <a href=\"http:\/\/www.sauerlandkurier.de\/wildschaeden-heiss-diskutiert-siegerlandkurier_kat106_id111209.html\" target=\"_blank\">gemeinsam erarbeitete \u00e2\u20ac\u017eStrategie\u00e2\u20ac\u0153 des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes und der Kreisj\u00e4gerschaft zu sein<\/a>. Beide gehen auch zuk\u00fcnftig \u00e2\u20ac\u017eHand in Hand\u00e2\u20ac\u0153 und sind sich einig in dem verfolgten Ziel, der intensiven Bejagung des Schwarzwildes in den heimischen W\u00e4ldern.<\/strong><\/p>\n<p>Die J\u00e4ger brauchen anscheinend immer neue Begr\u00fcndungen um ihrem t\u00f6dlichen Hobby \u00e2\u20ac\u017eguten Gewissens\u00e2\u20ac\u0153 nachgehen zu k\u00f6nnen. Zuerst rottet der Mensch viele Beutegreifer durch viel zu intensive Bejagung aus, um sich nun selber dieser \u00e2\u20ac\u017eAufgabe\u00e2\u20ac\u0153 zu stellen.<\/p>\n<p><strong>Populationsdichte h\u00e4ngt von biologischen Faktoren ab<\/strong><br \/>\nProblematisch an dieser Ansicht ist allerdings, dass die Populationsdichte frei lebender Wildtiere nicht von deren nat\u00fcrlichen Feinden abh\u00e4ngt (wobei der Mensch wohl alles andere als ein \u00e2\u20ac\u017enat\u00fcrlicher\u00e2\u20ac\u0153 Feind ist), sondern von anderen biologischen Mechanismen gesteuert wird, wie beispielsweise dem vorhandenen Nahrungsangebot.<\/p>\n<p><strong>Italien und Holland haben gelernt<\/strong><br \/>\nRichtet man den Blick Richtung Italien oder Holland, so muss man der Erkenntnis, dass Beutegreifer (also auch die J\u00e4ger) kaum Einfluss auf die Populationsdichte ihrer Beutetiere haben, wohl oder \u00fcbel in Auge blicken. Tatsache ist, dass in dem seit 1922 jagdfreien Nationalpark \u00e2\u20ac\u017eGran Paradiso\u00e2\u20ac\u0153 in Italien die Sch\u00e4den durch Wildverbiss und vor allem die Gr\u00f6\u00dfe der Wildpopulation nicht gr\u00f6\u00dfer sind, als in vergleichbaren bejagten Gebieten. Die holl\u00e4ndischen Nachbarn lernten aus dieser Erkenntnis. Dort wurde die Jagd auf viele Wildtierarten wie Wildschweine, F\u00fcchse, Rehe und Hirsche seit 2002 verboten.<\/p>\n<p>Die besonders in J\u00e4gerkreisen allgemein beliebte Behauptung, dass man der zu gro\u00dfen Wildschweinpopulation nur durch intensive Bejagung Herr werden k\u00f6nne, h\u00f6rt man immer wieder.<\/p>\n<p><strong>Jagd als Ursache f\u00fcr extreme \u00dcberpopulation<\/strong><br \/>\nFakt ist allerdings, dass die Jagd selber die Ursache f\u00fcr die extreme \u00dcberpopulation vieler Wildtiere darstellt. Jeder, der sich etwas intensiver mit diesem Thema besch\u00e4ftigt wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zu der Erkenntnis kommen, dass der Mensch das eigentliche \u00dcbel dieses Problems ist: Wildschweine leben in streng gegliederten Familienverb\u00e4nden. Wird beispielsweise durch das Schie\u00dfen einer Leitbache (quasi der Leitsau, welche in hohem Ma\u00dfe die Aktivit\u00e4ten und somit auch das Paarungsverhalten der Rotte bestimmt) ein solcher Familienverband zerst\u00f6rt, so kommt es zu \u00fcberm\u00e4\u00dfiger und unkontrollierter Vermehrung.<\/p>\n<p><strong>Aus welchen Gr\u00fcnden wird gef\u00fcttert?<\/strong><br \/>\nAuch die sog. \u00e2\u20ac\u017e<a href=\"http:\/\/jagdpraxis.de\/kirrung.htm\" target=\"_blank\">Kirrungen<\/a>\u00e2\u20ac\u0153, d.h. die F\u00fctterungen der Schweine (meist mit Zuckerr\u00fcben, oft im heimischen Wald vielerorts zu beobachten) zum Anlocken der Tiere an geeignete Abschusspl\u00e4tze, unterst\u00fctzt die Erh\u00f6hung der Wildschweinpopulation extrem.<\/p>\n<p>Warum heimische J\u00e4ger das Schwarzwild mit Mais (der teilweise in randvoll gef\u00fcllten blauen M\u00fclltonnen im Wald steht) und Zuckerr\u00fcben zus\u00e4tzlich f\u00fcttern, bleibt daher ein gro\u00dfes R\u00e4tsel. Mehr Nahrung bedeutet auch immer mehr Schweine.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Autorin setzt sich seit langem kritisch mit Positionen der J\u00e4gerschaft auseinander. 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