{"id":10161,"date":"2010-12-05T21:30:28","date_gmt":"2010-12-05T20:30:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=10161"},"modified":"2010-12-06T05:54:23","modified_gmt":"2010-12-06T04:54:23","slug":"von-ciudad-mexico-nach-havanna-meine-kleine-kuba-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/von-ciudad-mexico-nach-havanna-meine-kleine-kuba-krise\/","title":{"rendered":"Von Ciudad Mexico nach Havanna. Meine kleine Kuba-Krise."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_10162\" aria-describedby=\"caption-attachment-10162\" style=\"width: 512px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-10162\" title=\"prachtboulevard02\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/prachtboulevard02.jpg\" alt=\"Unweit des Prachtboulevards von Havanna (foto: koerdt)\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/prachtboulevard02.jpg 512w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/prachtboulevard02-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 85vw, 512px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10162\" class=\"wp-caption-text\">Ironie der Lage: in der N\u00e4he des Prachtboulevards von Havanna (fotos: koerdt)<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Dieser Artikel ist der sechste Teil <a href=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?author=23\" target=\"_blank\">einer pers\u00f6nlichen Serie<\/a> \u00fcber das Leben in Mexico-City im Jahr 2010. S\u00e4mtliche bisher erschienen Artikel <a href=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?author=23\" target=\"_blank\">sind hier<\/a> zu finden.\u00a0 Wir machen eine Reise und beobachten das Leben in Kuba. Viel Spa\u00df beim Lesen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Hola a todos!<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem ich erfolgreich meine kleine, pers\u00f6nliche Kuba-Krise hinter mich gebracht habe, bin ich wieder in Mexiko-Stadt gelandet. Zum Gl\u00fcck war Kuba nicht das alleinige Ziel, so dass ich nun mit vielen neuen (und vor allen Dingen auch tollen) Erfahrungen in die Stadt zur\u00fcckgekehrt bin. Aber der Reihe nach:<\/p>\n<figure id=\"attachment_10163\" aria-describedby=\"caption-attachment-10163\" style=\"width: 154px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-10163  \" title=\"prachtboulevard\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/prachtboulevard.jpg\" alt=\"Am Prachtboulevard, dem Malecon, von Havanna\" width=\"154\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/prachtboulevard.jpg 320w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/prachtboulevard-224x300.jpg 224w\" sizes=\"auto, (max-width: 154px) 85vw, 154px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10163\" class=\"wp-caption-text\">Am Prachtboulevard, dem Malecon, von Havanna<\/figcaption><\/figure>\n<p>Angefangen hat alles vor \u00fcber einem Monat in Havanna. Gut gelaunt landeten Christopher und ich auf dem sozialismusschicken Flugplatz und sofort wurde ich f\u00fcr ein Verh\u00f6r von einem Flughafenmitarbeiter herausgepickt. Schwupp war mein Pass weg und nat\u00fcrlich wollte mir niemand sagen, was das nun soll. Angestrengt verfolgte ich den Weg meines Passes, der durch f\u00fcnf verschiedene H\u00e4nde ging, w\u00e4hrend ich auch noch versuchte, Christopher im Blick zu behalten. Nach einer wirklich l\u00e4cherlichen Befragung konnten wir (als wir endlich Christophers Freund Uwe*, der aus Frankfurt gekommen war, in der Abflughalle getroffen hatten) uns auf dem Weg in die Tr\u00fcmmer-Metropole machen.<\/p>\n<p><strong>Der Sozialismus und die Privatwirtschaft<\/strong><br \/>\nEs gibt eine im Prinzip nette Idee in Kuba: so kann man privat bei Familien \u00fcbernachten, die dann einen auch noch bewirten. Doch diese Idee wirft ihre Schattenseiten, wie wir im Laufe der Tage feststellen durften. Wir landeten bei Senor Julio, ein nette, \u00e4lterer Schnauzbarttr\u00e4ger, der gepflegt im Unterhemd seine Tage vor dem Fernseher verbringt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10165\" aria-describedby=\"caption-attachment-10165\" style=\"width: 154px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-10165  \" title=\"che\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/che.jpg\" alt=\"Der Unvermeidliche Che Guevara\" width=\"154\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/che.jpg 320w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/che-224x300.jpg 224w\" sizes=\"auto, (max-width: 154px) 85vw, 154px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10165\" class=\"wp-caption-text\">Der Unvermeidliche - Che Guevara<\/figcaption><\/figure>\n<p>Als erstes erfuhren wir, dass er uns bei \u00e2\u20ac\u017eeiner staatlichen Beh\u00f6rde\u00e2\u20ac\u0153 melden muss. Desweiteren ist ja schon klar, dass nur besonders ausgew\u00e4hlte Personen diese Form von Selbstst\u00e4ndigkeit nachgehen d\u00fcrfen. Denn berufliche Selbstst\u00e4ndigkeit gibt es ja eigentlich gar nicht. So m\u00fcssen diese kleinen Privathotels nat\u00fcrlich jeden Monat etwas an die Regierung rausr\u00fccken und bekommen sofort empfindliche Strafen, wenn sie das mal nicht tun (z.B. wenn sie in dem Monat zu wenig eingenommen haben). Daf\u00fcr bekommen sie aber den ach so begehrten Peso convertible (kurz CUC). Den anderen Peso bekommen eigentlich nur die gemeinen Kubaner, aber nicht der gemeine Ausl\u00e4nder, denn der soll ja Devisen ins Land schaffen und darf somit f\u00fcr alles ungef\u00e4hr das 25fache zahlen. Der gewitzte Kubaner gibt dann aber manchmal im Wechsel auch einmal keine convertiblen Pesos raus und der dumme Ausl\u00e4nder merkt das nicht sofort.<\/p>\n<p><strong>Fidel Castro redet &#8211; &#8222;T\u00e4glich gr\u00fc\u00dft das Murmeltier&#8220;<\/strong><br \/>\nKurz vor dem kubanischen Nationalfeiertag am 26. Juli gab es tats\u00e4chlich wieder einmal eine Rede von Fidel Castro im Fernsehen, der von zwei Jogginganzugtr\u00e4gern eingerahmt wurde. Irgendwie sah das f\u00fcr mich aus, als wolle er zwei Sportler ehren. Aber unser Gastwirt, Senor Julio, belehrte mich eines Besseren: nein nein, das seien seine \u00c4rzte und wie bei \u00e2\u20ac\u017eT\u00e4glich gr\u00fc\u00dft das Murmeltier\u00e2\u20ac\u0153 erz\u00e4hlte Fidel das, was er seit 50 Jahren erz\u00e4hlt. Senor Julio erg\u00e4nzte auch noch, dass Kuba in den Vereinigten Staaten immer noch als Staatsfeind Nr. 1 gelte und ich hatte den Eindruck, dass f\u00fcr einige Kubaner die Invasion in der Schweinebucht immer noch nicht vor\u00fcber ist.<\/p>\n<p><strong>Kubanische Parallelwelten<\/strong><br \/>\nWenn man sich dann so ein bisschen in Kuba herum tut, gewinnt man als Tourist doch ganz schnell den Eindruck, dass man sich in einer von den Kubanern losgel\u00f6sten Parallelwelt aufh\u00e4lt: In dem angeblich besten Eiscaf\u00e9 Havannas gibt es eine Ausl\u00e4nderzone und bei den \u00dcberlandbussen wird man auch von den Einheimischen getrennt. Dann schaut man sich die Fotomontagen im Nationalmuseum an, l\u00e4uft mal etwas abseits der Touri-Pfade durch die Stadt und sieht man Armut, Armut, Armut, die schon teils groteske Z\u00fcge hat. Wenn es mal Baumaterial gibt, gibt es Leute, die nachts vor den H\u00e4userruinen sitzen und es bewachen. In den staatlichen Museen wurden wir regelm\u00e4\u00dfig von den Mitarbeitern angebettelt, ob wir nicht ein paar convertibles f\u00fcr sie h\u00e4tten.<\/p>\n<p><strong>Der Revolution entgegen schaukeln<\/strong><br \/>\nDa man als Tourist sich fast nur auf vorgezeichnete Pfade begeben kann, bleiben einem wahrscheinlich sehr viele Eindr\u00fccke verborgen, erspart oder wie immer man es nennen m\u00f6chte. Als wir s\u00fcdwestlich von Havanna durch das wirklich atemberaubend sch\u00f6ne Tal von Vinales fuhren, bot sich fast durchweg ein Bild: die Leute sa\u00dfen tags\u00fcber auf ihrer Veranda im Schaukelstuhl. Und ich dachte mir genauso stelle ich mir eine Revolution vor: man schaukelt ihr entgegen. Nein, es ist eher das Sinnbild der Lethargie, die sich fast in allen Gesichtern gezeigt hat. Vielleicht ersch\u00f6pft von der Hoffnung auf ein besseres Gesellschaftssystem.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10167\" aria-describedby=\"caption-attachment-10167\" style=\"width: 320px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-10167\" title=\"unidos\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/unidos.jpg\" alt=\"Ein bisschen Propaganda muss sein.\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/unidos.jpg 320w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/unidos-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 85vw, 320px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10167\" class=\"wp-caption-text\">Ein bi\u00dfchen Propaganda muss sein.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Oje, jetzt habe ich bereits soviel geschrieben, dass bestimmt einige bisher gar nicht durchgehalten haben. Deswegen werde ich nun erst einmal enden, ein paar Bildchen einf\u00fcgen. Von den anderen L\u00e4ndereindr\u00fccken (Belize, Guatemala) werde ich demn\u00e4chst dann einmal berichten.<\/p>\n<p><strong>Muchos saludos!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel ist der sechste Teil einer pers\u00f6nlichen Serie \u00fcber das Leben in Mexico-City im Jahr 2010. S\u00e4mtliche bisher erschienen Artikel sind hier zu finden.\u00a0 Wir machen eine Reise und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/von-ciudad-mexico-nach-havanna-meine-kleine-kuba-krise\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eVon Ciudad Mexico nach Havanna. 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