{"id":10135,"date":"2010-12-03T21:14:29","date_gmt":"2010-12-03T20:14:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/?p=10135"},"modified":"2010-12-04T12:28:34","modified_gmt":"2010-12-04T11:28:34","slug":"ciudad-mexixo-erinnert-sich-noch-jemand-an-die-fusball-wm-auserdem-drei-schusse-in-den-rucken-und-die-mexikanische-unternehmenskultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/ciudad-mexixo-erinnert-sich-noch-jemand-an-die-fusball-wm-auserdem-drei-schusse-in-den-rucken-und-die-mexikanische-unternehmenskultur\/","title":{"rendered":"Ciudad Mexixo: erinnert sich noch jemand an die Fu\u00dfball-WM? Au\u00dferdem drei Sch\u00fcsse in den R\u00fccken und die mexikanische Unternehmenskultur."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_10137\" aria-describedby=\"caption-attachment-10137\" style=\"width: 512px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-10137\" title=\"mexicolandschaft\" src=\"http:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/mexicolandschaft.jpg\" alt=\"Solche Mondlandschaften liegen direkt vor der Haust\u00fcr: der Nevado de Toluca, ein erloschener Vulkan. (foto: koerdt)\" width=\"512\" height=\"384\" srcset=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/mexicolandschaft.jpg 512w, https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/mexicolandschaft-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 85vw, 512px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10137\" class=\"wp-caption-text\">Solche Mondlandschaften liegen direkt vor der Haust\u00fcr: der Nevado de Toluca, ein erloschener Vulkan. (foto: koerdt)<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Dieser Artikel ist der f\u00fcnfte Teil <a href=\"http:\/\/www.schiebener.net\/?author=23\" target=\"_blank\">einer pers\u00f6nlichen Serie<\/a> \u00fcber das Leben in Mexico-City im Jahr 2010. S\u00e4mtliche bisher erschienen Artikel <a href=\"http:\/\/www.schiebener.net\/?author=23\" target=\"_blank\">sind hier<\/a> zu finden.\u00a0 Wir folgen dem Jahresverlauf und nehmen Anteil an der Fu\u00dfball-WM in S\u00fcdafrika. Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir die Gegenwart erreichen. Viel Spa\u00df beim Lesen.<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>Hola a todos!<\/strong><\/p>\n<p>Tja, w\u00e4hrend in Deutschland die erneute St\u00e4rke von Miroslav Klose als \u00e2\u20ac\u017einnerer Reichsparteitag\u00e2\u20ac\u0153 und \u00e2\u20ac\u017eErl\u00f6sung\u00e2\u20ac\u0153 (zum Gl\u00fcck nicht als \u00e2\u20ac\u017eEndl\u00f6sung\u00e2\u20ac\u0153) kommentiert wird, kommen auch Mexi-Fu\u00dfballkommentatoren nicht so ganz um geschichtliche Parallelen herum.<\/p>\n<p><strong>Heute schie\u00dfen die Polen f\u00fcr Deutschland<\/strong><br \/>\nNachdem Poldoski und Klose den Ball ins Netz geschossen hatten, bemerkte der Sprecher in seiner Euphorie: \u00e2\u20ac\u017eJa, das war ja nicht nett, was die Deutschen da einmal den Polen angetan hat. Aber es ist vergessen: heute schie\u00dfen die Polen die Tore f\u00fcr Deutschland!\u00e2\u20ac\u0153<\/p>\n<p>Leider habe ich den Satz danach nicht mehr verstanden, aber in ihm kam auf jeden Fall das Wort \u00e2\u20ac\u017eKonzentrationslager\u00e2\u20ac\u0153 vor. Wir haben den deutschen WM-Auftakt standesgem\u00e4\u00df in der deutschen Botschaft bei W\u00fcrstchen, Sauerkraut und Bier verbracht. Die Stimmung war bombastisch, lustigerweise waren die anwesenden Mexikaner viel lauter als die Deutschen. Nun gut, am Freitag hatten sie auch nicht soviel Grund zum Jubeln. Daf\u00fcr hat der Trikotabsatz der mexikanischen Mannschaft einen astronomischen Absatz gefunden: also es gibt so gut wie niemanden hier, der kein Trikot tr\u00e4gt (die Gesch\u00e4ftsleute tragen es anstatt eines Hemdes und dar\u00fcber das Sakko).<\/p>\n<p><strong>Drei Sch\u00fcsse in den R\u00fccken. Ein Toter in der Touri-Falle.<\/strong><br \/>\nSch\u00f6n, dann gibt es in den n\u00e4chsten Wochen ein sch\u00f6nes Smalltalk-Thema und hoffentlich nicht viele Tote in S\u00fcdafrika. Na ja, eigentlich k\u00f6nnte man den letzten Hoffnungswunsch auf dieses Land \u00fcbertragen. Vor einer Woche war ich zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Da ich aber bereits anderweitig verabredet war, musste ich die Einladung leider absagen. Am Montag fragte ich dann das Geburtstagskind, wie denn die Feier war und sie wurde etwas wortkarg.<\/p>\n<p>Die Geburtstagsgesellschaft hat eine Bootstour auf den Kan\u00e4len in Xochimilco im S\u00fcden der Stadt unternommen (\u00fcbrigens einer der gr\u00f6\u00dften Touri-Fallen, in die ich bislang hier reingetappt bin). Als sie vom Bootsanleger wieder zum Hauptplatz bummeln wollten, h\u00f6rten sie Knallger\u00e4usche und dachten zun\u00e4chst an ein Feuerwerk. Doch als sie um die Ecke bogen, sahen sie, dass dort gerade jemand erschossen worden war. Drei Sch\u00fcsse in den R\u00fccken; vom T\u00e4ter nat\u00fcrlich keine Spur.<\/p>\n<p><strong>Drogenkriminalit\u00e4t nicht nur an der Grenze<\/strong><br \/>\nUm jetzt nicht den Eindruck zu erwecken, dass das hier Alltag sei: ich habe in der letzten Woche einigen Mexikanern diese Geschichte erz\u00e4hlt und sie waren alle geschockt. Niemand von ihnen (und sie sind in dieser Stadt aufgewachsen) hat jemals eine Leiche in der Stra\u00dfe gesehen. Aber die (Drogen-)Kriminalit\u00e4t spielt sich nat\u00fcrlich nicht nur im Norden des Landes an der Grenze zur USA ab.<\/p>\n<p><strong>Eine Bef\u00f6rderung und fristlos gefeuert &#8211; mexikanische Unternehmenskultur<\/strong><br \/>\nAnsonsten ist es nach wie vor ein friedliches Leben f\u00fcr mich. Ob es so bleibt, wird es sich in den n\u00e4chsten Wochen zeigen. Meine Kollegin in der Bibliothek hat gek\u00fcndigt und h\u00f6rt zum Ende der n\u00e4chsten Woche auf. Ich bin davon total \u00fcberrumpelt worden; auf einmal habe ich die Leitung inne. Was mir aufgrund meiner nat\u00fcrlichen Faulheit \u00fcberhaupt nicht passt. Was mir aber abgesehen von dieser Tatsache widerstrebt, ist, dass ich in diesem Zusammenhang kennen lernen durfte, wie mexikanische Unternehmenskultur funktioniert. Wenn die Verwaltung dich auf dem Kicker hat, bist du absolut chanchenlos. Und Fristen gibt es auch nicht: zum Beispiel bekommen die angestellten Lehrer am 30. Juni gesagt, dass sie morgen nicht wiederkommen brauchen. Sie k\u00f6nnen sich nicht mehr von ihren Kollegen verabschieden und ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die Gr\u00fcnde gibt es auch nicht. Oder sie sind so absurd, dass man damit auch nichts anfangen kann. So hat man im letzten Jahr einem Lehrer gek\u00fcndigt mit der Begr\u00fcndung, er s\u00e4he immer so m\u00fcde aus.<\/p>\n<p>Ein ein paar Dinge wollen heute abend noch erledigt werden. Ich hoffe, in Deutschland ist alles&#8220; todo bien&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Bald mehr und hasta luego!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel ist der f\u00fcnfte Teil einer pers\u00f6nlichen Serie \u00fcber das Leben in Mexico-City im Jahr 2010. S\u00e4mtliche bisher erschienen Artikel sind hier zu finden.\u00a0 Wir folgen dem Jahresverlauf und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.schiebener.net\/wordpress\/ciudad-mexixo-erinnert-sich-noch-jemand-an-die-fusball-wm-auserdem-drei-schusse-in-den-rucken-und-die-mexikanische-unternehmenskultur\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eCiudad Mexixo: erinnert sich noch jemand an die Fu\u00dfball-WM? 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