Blick über den Gartenzaun: Websperre gegen Kinderpornos verpufft und birgt Zensurgefahr

Blick über den Gartenzaun: Websperre gegen Kinderpornos verpufft
Blick über den Gartenzaun: Computerzeitung und Ruhrbarone – Websperre gegen Kinderpornos verpufft

Ich empfehle heute abend allen, die noch keine Meinung zum Thema haben, den Artikel von David Schraven, sowie zusätzlichen Hintergrund aus der Computerzeitung hier und hier.

Die Bertelsmann-Stiftung, der demographische Wandel und meine Bauchschmerzen Teil I

Bertelsmann-Stiftung: Probleme sind unser Geschäft
Bertelsmann-Stiftung: Probleme sind unser Geschäft

Als ich heute die Haushaltsreden der CDU und SPD im Winterberger Rat las, war ich zuerst erstaunt, dass sowohl der CDU- Haushaltsexperte als auch der SPD-Gegner dem „demographischen Wandel“ einen großen Stellenwert in ihren jeweiligen Reden zumaß.

„Alle Achtung!“ dachte ich, „die Bertelmann-Stifung hat es vollbracht, den Begriff „Demographischer Wandel“ in die politische Landschaft zu meißeln.“

Ich bekam instinktiv politische Bauchschmerzen.

Noch weiß ich nicht, was die Bertelmann-Stiftung umtreibt, sämtliche Kommunen in Deutschland mit statistisch aufbereitetem Material über die Bevölkerungsentwicklung in den nächsten Jahrzehnten zu versorgen.

Aus meinem politischem Instinkt heraus sage ich:

Bertelsmann macht dies nicht aus wohltätigem Antrieb. Bertelsmann hat es geschafft, ein gesellschaftliches Phänomen, nämlich die Veränderungen der Zusammensetzung der Bevölkerung verbunden mit Bewegungen von Teilen der Bevölkerung wie sie seit eh und je vorkommen, als Problem zu definieren, es in einen Begriff zu gießen, der dann in die Köpfe der Menschen und vor allen Dingen der politischen Entscheidungsträger versenkt wird, um im Anschluss hilfreich Lösungen anzubieten.

Spätestens ab hier macht Bertelsmann Politik, und es bliebe zu untersuchen, wie sich das Vorgehen der Stiftung für den Konzern anschließend oder meinetwegen parallel in barer Münze auszahlt.

Ich unterscheide dabei drei Ebenen:

  • die Verarbeitung und Aufbereitung des statistischen Materials
  • die Verbreitung und Auswertung des Materials bei den Kommunen
  • die Ableitung von Lösungsmöglichkeiten für das so bereitete Problemfeld

Aus welchen Gründen habe ich eigentlich Bauchschmerzen? „Die Bertelsmann-Stiftung, der demographische Wandel und meine Bauchschmerzen Teil I“ weiterlesen

Liebe FR, im Sauerland wachsen Fichten und keine Tannen!

Dunkle Fichten und das helle Grün der Buchen: hier ausnahmsweise in der Mehrzahl
Nirgendwo Tannen, sondern dunkle Fichten und das helle Grün der Buchen: hier ausnahmsweise in der Mehrzahl

Die Recherchetiefe der Frankfurter Rundschau tendiert in manchen Artikeln leider gegen Null.

In einem Bericht über ein sogenanntes „Aussteigertelefon für CDUler“ der rechtsextremen Pro-NRW-Bewegung heißt es (Hervorhebung von mir):

Das Aussteigertelefon scheint dennoch zu funktionieren. Nur SPDler oder Grüne haben sich bislang noch nicht gemeldet. Gerade aus dem Sauerland, behauptet der selbst ernannte Telefon-Psychologe Berger, kämen viele Anrufe, darunter auch „dicke Fische“, die aber noch anonym bleiben wollten. Das hügelige Tannenland, konservative CDU-Hochburg, ist für seine rechtslastigen Wähler bekannt. „Sie sind mit dem dramatischen Linksrutsch der CDU nicht einverstanden“, heißt es bei Berger. Diese „Enttäuschten“ lade er „unverbindlich“ auf einen Kaffee oder eine „Diskussionsveranstaltung“ ein. „Und meistens funktioniert es.“

Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich Berge. Und auf den Bergen wachsen seit über 100 Jahren schnell wachsende Fichten. Ab und zu scheint im dunklen Grün der Fichtennadeln das helle Grün der Buchenpopulationen auf. Von Tannen keine Spur. Die Fichte ist das Brot des Sauerlandes.

Über den weiteren inhaltlichen Gehalt des Artikels würde ich dann nachdenken, wenn sich die Autorin die Mühe gemacht hätte, ein paar Tatsachen zu belegen und sich nicht nur im Wesentlichen auf die Aussagen des rechtsextremen Telefonseelsorgers von Pro-NRW zu stützen, sowie auf im Text nicht weiter belegte Annahmen:

„ist für seine rechtslastigen Wähler bekannt“

Wo ist der Beleg? Wo beginnt im politischen Koordinatensystem der Autorin rechtslastig?

Der dem Artikel zu Grunde liegende Sachverhalt wird auf diese Weise nicht befriedigend ausgeleuchtet.

Vorwärts zum Salon-Sozialismus? Gesprächskreise von Leserinnen und Lesern der NachDenkSeiten geplant

Die Nachdenkseiten wollen Menschen vor Ort mobilisieren und planen Geprächskreise
Die NachDenkSeiten wollen Menschen vor Ort mobilisieren und planen lokale Geprächskreise

Albrecht Müller (NachDenkSeiten) und Helmut G. Schmidt (Kritisches Jahrbuch) wollen die Gegenöffentlichkeit in den Städten und Dörfern Deutschlands mobilisieren. Sie initiieren und unterstützen die Bildung von Gesprächskreisen von Leserinnen und Lesern des populären Internetprojekts NachDenkSeiten.

Wir würden uns freuen, wenn diese Initiative erfolgreich wäre und sich viele Menschen kennenlernen und persönlich begegnen könnten. Sie alle machen sicher schon die Erfahrung, dass es wichtig ist zu erfahren, dass man mit seiner kritischen, abweichenden Sicht der Dinge nicht alleine steht und wie hilfreich es für die eigene Meinungsbildung ist, mit anderen über Themen, die einen bewegen, sprechen zu können.

Hier geht es zur Beschreibung des Projekts auf den NachDenkSeiten.

Ich kann mir zwar momentan eine solche Veranstaltung nicht recht vorstellen, vielleicht haben aber mehr Menschen als ich vermute Interesse an einer Debattenkultur links von der sozialdemokratischen Mitte.

Demographie: It’s the economy, stupid

Aus dem Bauch und intuitiv argumentiert:

Es spielt keine Rolle, ob im Sauerland 2, 5 oder 7 Prozent der Bevölkerung entschwinden. Wichtig ist, ob und welche Arbeitsplätze es gibt.

Beispiel:

Sollte durch einen politischen Beschluss das Krankenhaus in Winterberg geschlossen werden (wie es schon einmal geplant war), hat das weitaus größere Wirkung als die Fertilität der Hochsauerländerinnen und die Abwanderung zum Studium nach Köln. Der Erhalt des KH ist allein gekoppelt an die Bedeutung der Region als Wintersportort.

Für die Winterberger ist die Demographische Entwicklung egal, solange die Lifte laufen.

Das Land ist das Land ist das Land und das wird es bleiben. Aus welchen Gründen sollte Winterberg eine Industrie-Region werden?

Es reicht, dass die Schnee- und Fichtenbarone herrschen.

Mit dem Wegfall des Krankenhauses würde auch die Grundlage für das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Winterberg entfallen, denn die Ärzteschaft des KH bildet die einzige bedeutende gut ausgebildete Schicht, die ein Interesse an höherer Bildung vor Ort hat.

Nehmen wir also an, das Krankenhaus als größter(!!!) Arbeitgeber werde geschlossen. Stirbt dann das Hochsauerland? Quatsch!

Dann gehen die ambitionierten SchülerInnen eben nach Olsberg oder Brilon und die anderen machen weiter wie bisher: sie erben Land, Immobilien und Marken, helfen sich gegenseitig in sogenannter Nachbarschaftshilfe wie seit Urgedenken und wer mobil ist, fährt als prima Handwerker tage- oder wochenweise, wie auch schon heute, in die Metropolen, um dort mit günstigen Konditionen die überheblichen Stadthandwerker zu unterbieten.

Das Schützenfest wird zu Hause gefeiert. Wie gestern, heute und morgen.

Und darum bleibt das Hochsauerland so wie es ist, trotz des sogenannten „demographischen Wandels“.

It’s the economy, stupid!

Was mich am Bloggen hindert: Taraxacum officinale

Der gemeine Löwenzahn mit seiner fiesen langen Pfahlwurzel
Der gemeine Löwenzahn mit seiner fiesen langen Pfahlwurzel

Das ist der gemeine Löwenzahn, Feind aller Sauerländer Vorgärten. Knippst man ihn einfach über der Erde ab oder erwischt die Wurzel nur zum Teil, vermehrt er sich mit Hilfe seiner langen fiesen Pfahl-Wurzel vegetativ.

Das Sexualleben von Taraxacum beginnt mit der Blüte im Mai.

Der Löwenzahn enthält Bitterstoffdrogen, die bei Magenbeschwerden helfen.

Ergo: prima Salatpflanze.

Siehe:

Aribert Jung, Die Pflanzenwelt im Sauerland und Siegerland, Fredeburg 1978, leider nur noch antiquarisch erhältlich.

Neben dem Löwenzahn gibt es eine andere fiese Pflanze, aus der mensch ebenfalls Salat basteln kann: Giersch. Diesem Überlebenkünstler widme ich mich ein anderes Mal.

Von der Nutzlosigkeit Interviews zu führen

Florentine Fritzen hat für die FAZ ein Interview geführt:

14. April 2009 1985 erschien „Von der Nutzlosigkeit, erwachsen zu werden“, die fiktive Autobiographie des 30 Jahre alten Mathias Grewe, der Germanistik studiert hat, viel demonstriert und sich selbst bespiegelt. Die Autoren Georg Heinzen und Uwe Koch waren damals WG-Kollegen in Düsseldorf. Nun ist Koch Scheidungsanwalt in Hamburg, Heinzen macht Spielfilme und lehrt an einer Filmakademie. In Heinzens Düsseldorfer Wohnung haben sie sich wiedergetroffen … weiter

Das ist auch weiter nicht schlimm. Das Interview ist platt, nichtssagend und lügt durch Auslassung des politischen Umfeldes in dem das Buch entstand und rezipiert wurde.

Heinzen und Koch sind nicht nur einfach „die kleinen Brüder der 68er“. Zumindest einer von beiden hat mit dem Buch einen persönlichen politischen Befreiungsschlag gegen die damalige „Partei der bundesdeutschen Arbeiterklasse“, der DKP, gemacht und stand, soweit ich das erinnere, der sogenannten „Erneuerer“-bewegung nahe. Siehe auch hier im Blog.

Ich will nicht mit Steinen werfen, aber denke, dass derjenige, welcher sich derart von der FAZ auf den flachen Schild heben lässt und nach den Jahren der Irrungen und Wirrungen noch einmal in der medialen Sonne bräunt, diese Details nicht aus der Vita ausblenden (lassen) sollte.

Dann hätte das Interview unter Umständen an Gehalt gewonnen und müsste nicht als

„Peinliches Gelaber pseudo-intellektueller Greise“ (so ein Kommentar)

abgehakt werden.

Schade FAZ. Reich-Ranicki hätte das anders gehandhabt. Oder?

Rothaarsteiglauf: Jetzt anmelden!?

Die Buchen längs meiner Laufstrecken werden grün - aber auch die anderen ;-)
Die Buchen längs meiner Laufstrecken werden grün – aber auch diejenigen andernorts 😉

Als ich heute Richtung Kahlenberg trabte (neudeutsch: joggte) und die Buchen so wunderschön ergrünt anzuschauen waren, dachte ich bei mir: Warum nicht doch einmal beim Rothaarsteiglauf mitmachen?

Dann hätte ich wenigstens wieder ein Ziel und schlaffte nicht mal eben nur so um die „Himmelskrone“ oder das „Tiefe Hohl“ hoch und runter.

Brust gestrafft: ich werde versuchen dabei zu sein.

Kommen wir zum Geschäftlichen:

Bis zum 19. April kostet der Marathon 20 Euro. Hernach gestaffelt bis zum Schluss 26 Euro.

Die 26 und 19 Kilometer Strecken kosten analog 15, 18 und am Schluss 21 Euro.

Hier könnt ihr euch den ganzen Krempel selber angucken und euch auch online anmelden.

Ich kenne die ausgewiesenen Strecken vom Laufen (neudeutsch: joggen) und Mountainbike fahren und sage als alter Kritikaster: Es lohnt sich!

  • Es lohnt sich für all diejenigen, die einfach mal weg wollen von den Flachlandläufen.
  • Es lohnt sich für all diejenigen, die sich auf einen Herbst-Marathon, wie zum Beispiel in Köln, vorbereiten wollen.

Soll heißen: Wie immer ihr auch von welchem Start ins Ziel kommt, 19, 26 oder 42, 195 Kilometer, der Rothaarsteiglauf wird euch, intelligent ins Training eingeplant, fünf bis zehn Minuten beim – sagen wir Köln Marathon – schenken.

Aus zuverlässiger Quelle ist mir bekannt, dass mindestens ein Mitarbeiter eines befreundeten Blogs bei einem Stadtmarathon im Herbst angreifen will. Mein Tipp: Vertraue mir. Laufe hier bei uns im Mai und schlage im Herbst zu. Brutal – wie gewünscht 😉

Wie ticken die Konservativen und was können die Linken daraus lernen?

Jonathan Haidt on the five foundations of morality
Jonathan Haidt talks with Henry Finder about the five foundations of morality

Aus dem Dunkel der Kommentare habe ich dieses 20-minütiges Video gezerrt. Jonathan Haidt, Professor für Psychologie an der „Virginia Uiversity“, stellt auf einer Konferenz der Zeitschrift The New Yorker vor einem linksliberalen Publikum sein Konzept der fünf grundlegenden Pfeiler der Moral vor und erläutert die Funktionsweise der Konservativen Moral, aber damit einhergehend auch Strukturen der „linken“ Wertvorstellungen.

Eine seiner Thesen ist, dass die „liberals“, so werden die „Linken“ in den USA bezeichnet, unbedingt die konservativen Denkweisen verstehen müssten, um politikfähig zu sein.

Interessant ist Haidts Einschätzung von Al Gore, Hillary Clinton und Barack Obama. Haidt weist hier im Jahr 2007 nach, aus welchen Gründen nur Obama die Wahlen gegen die Konservativen gewinnen konnte.

Jonathan Haidt hat eine flinke Zunge. Man muss schon ein bisschen Englisch (verstehen) können:

http://www.newyorker.com/online/video/conference/2007/haidt

How did we pronounce the name of that Texas town?

Flatulence leads to knife fight in Waco

01:46 PM CDT on Wednesday, April 8, 2009

Associated Press

WACO — Waco police say a fight over flatulence left one man stabbed and another facing an assault charge.

A statement Wednesday says police were called to a motel where several men from the Houston area were sharing a room.

Police say 35-year-old Juan Antonio Salano Castellano allegedly passed gas in the room Tuesday night.

Police say one of the other men became upset, picked up a knife and threw it at Castellano, who was cut in the leg. The suspect is accused of then stabbing Catellano in the chest.

Castellano was transported to Hillcrest Baptist Medical Center, where police say he was treated for non-life threatening wounds.

The alleged attacker was arrested and faces an aggravated assault charge.