Auf dem Weg vom Blasius zum Bergsee. Spuren im Schnee (foto: zoom)
Der Winter geht bald zu Ende. Im Hochsauerland liegt der Schnee noch knöchel- bis wadentief auf den Wanderwegen. Wer die Anstrengung unternimmt, auf diesen Wegen zu wandern oder zu laufen (neudeutsch: joggen), sollte eine Kraft sparende Regel beachten:
Folge den Spuren des Wildes!
Auf dem Bild ist die kompromisslose Geradeaus-Spur eines Menschen zu sehen. Links und rechts die ausladenden, weiten Bewegungen des Wildes.
Meine Erfahrung nach 13 Jahren Laufen im Schnee auf den Hochsauerländer Wegen:
Das Viehzeug erwischt immer(!) die Route mit der niedrigsten Schneedecke. Links und rechts davon ist tiefer. Wer stur geradeaus geht, quält sich mehr als Hase und Reh.
Ich weiß nicht, wie die Tiere die Schneehöhe wahrnehmen können, aber sie können es.
Faszinierend.
Der Winter ist bald vorbei. Probiert es aus.
Besser noch: Wer des Rätsels Lösung kennt, verrät sie uns.
Doch wem der Schneepflug im Wald nicht den Weg räumt, hat selbst heute, Anfang März, Probleme, auf den gewohnten Wegen zu laufen. Der Schnee liegt in 450 Meter Höhe an der Himmelskrone in Siedlinghausen bis zu einem halben Meter hoch. Laufen? Keine Chance!
Es sei denn ein Waldfahrzeug hat seine Spuren in den Schnee gepresst und einen kleinen Jogging-Pfad gespurt.
Wenn die Spuren aufhören, ist Endstation und man muss umkehren, wie hier an der Drehe, die hoch am Ende des Weges vom Jagdschloss Siedlinghausen Richtung Silbacher Seite liegt.
Zwischen Siedlinghausen und der Höhe am “Großen Bildchen” verläuft die Landstraße 742. Im Ort selbst wird sie “Sorpestraße” genannt, weil sie sich von der Höhe ab dem Großen Bildchen das Sorpetal hinunter nach Rehsiepen und den übrigen Sorpedörfer schlängelt. Die schmale Straße wird von kundigen Autofahrern, die in der Mehrzahl aus den Niederlanden, dem Rheinland und dem Ruhrgebiet kommen, als Schleichweg in die Skigebiete von Altastenberg, Neuastenberg und Winterberg genutzt.
Leider, denn dieser Abschnitt der L742 ist bei großen Schneehöhen, wenn der Wald “zu” ist, die letzte Möglichkeit zu laufen(”joggen”).
In der Ski-Vorsaison üben hier die Langlaufski-Athleten auf Ski-Rollern für die Schneesaison. Seitdem vor einigen Jahren ein Autofahrer in eine Trainingsgruppe des örtliche Ski-Vereins raste und ein junger Athlet starb, liegt ein Schatten über der Strecke.
Darüber hinaus bildet die L742 mit ihren giftigen Anstiegen einen interessanten Teilabschnitt für ambitionierte Rennradlerinnen und -radler. Gerüchte besagen, dass Erik Zabel - Doping hin, Doping her - von Dortmund-Unna kommend hier häufiger entlang gekurbelt sein soll.
Im September findet vom Ort hinauf zum “Großen Bildchen” der 7,4 Kilometer lange “Bildchen-Sprint” statt. Der Ausdruck “Sprint” trifft natürlich nur für die RennradlerInnen zu.
Für den Wettkampf oder das Training können Dezimalfanatiker die Strecke in Kilometer und Teile davon portionieren.
Genießen kann man sie aber auch als Abfolge von Wegemarken, die teils real, historisch oder gar nur noch magisch sind.
Hier die Wegmarken, von denen ich heute einige “laufend” geknippst habe:
Auf dem Weg zur Hunau: Blick über das Negertal. (foto: zoom)
Die wenigen Zentimeter Neuschnee machen das Laufen zum Vergnügen, weil die vereisten Waldwege durch die Schneeauflage wieder griffig geworden sind.
Bis auf einen Jagdhelfer, der auf einer Hochwiese Futter verstreute, habe ich über 90 Minuten lang zwischen 400 und 800 Meter unter Fichten und Buchen keine Menschenseele getroffen.
Sind wohl alle in Winterberg - Skifahren. Mir auch recht
Heute Mittag schien die Sonne. Die Temperatur betrug -2° Celsius. Ein paar Zentimeter Schnee lagen in 700 bis 800 Meter Höhe auf der Hunau. Nicht genug, um Ski zu fahren, aber auch nicht zu viel, um das Joggen zu verhindern. Ganz im Gegenteil es macht Spass, bei diesen Verhältnissen im Wald zu laufen.
Auf dem Weg zu Hunau
Auf dem Bild ist der Parkplatz am Großen Bildchen zu sehen. Das ist ein Bildstock, der sich auf der Höhe zwischen Altastenberg, Rehsiepen und Siedlinghausen befindet.
In der Mitte des Bildes(oben) kann man den Eingang zum Wander- / Skiweg “Hunauspur erahnen. Der Weg(links) führt zum Hundegrab und von dort aus weiter zum Kopf des Bödefelder Skilifts. Na, ja - es gibt auch hundert andere Möglichkeiten und Strecken.
An Tagen wie dem Heutigen, sollte man Massen von Touristen in dieser wunderschönen Gegend erwarten, doch sie lassen meine Lieblingsstrecken links liegen und brausen aus den Niederlanden und dem Ruhrgebiet direkt nach Winterberg, in die Kernstadt.
Dort kann man nämlich “shoppen”
Der Beweis: -2 Grad Celsius um die Mittagszeit (alle Fotos: zoom)
Am Ende der Sange kurz vor dem "Rauhen Bruch" (foto: zoom)
Heute gab es nichts zu meckern. Das angekündigte Regenband hatte sich schon am Morgen Richtung Nirgendwo verabschiedet, die Temperaturen blieben mild und die Wanderwege waren, wie auf dem Bild zu sehen, nicht überlaufen.
Die Sange ist ein Höhenzug zwischen Hömberg und Rauhem Bruch, der zu den schönsten Wander, -Lauf- und MTB-Wegen gehört, die ich im Hochsauerland kenne.
Vielleicht sollte ich diesen Teil des Sauerlandes nicht allzu sehr preisen, damit die Ruhe und Einsamkeit dort oben für die Eingeweihten noch lange erhalten bleiben.
Bleibt wo der Pfeffer wächst! In euren Metropolen und Kulturhauptstädten
Schnee-Reste am Kahlenberg in der Abenddämmerung (foto: zoom)
“Sie dürfen hier nicht laufen, woll!”, der junge Jagdhelfer im kleinen grünen Vierrad-getriebenen Jägerauto, will seinem Herrn und Meister offensichtlich die Pacht für die Jagd von Joggern freihalten. Warum denn nicht, das sei doch ein Weg. “Nein, das ist kein Weg, das ist eine Kehrung!”
Der Abend dämmerte bereits und ich wollte noch eben den Schnee auf 700 Meter Höhe fotografieren und zu einem prima Aussichtspunkt weiterlaufen, den ich erst vor zwei Tagen entdeckt hatte.
Die Aussicht war leider: Nebel. Den Schnee konnte ich knapp vor der Leistungsuntergrenze der Casio Exilim aufnehmen.
Es ist nicht so einfach, durch den deutschen Wald zu laufen, vor allem dann nicht, wenn man durch die Pacht wohlhabender Männer joggt, die dort ihrem Hobby frönen wollen.
Um die gesetzlichen Bestimmungen zur “Waldbetretung” kümmere ich mich bei anderer Gelegenheit.
§ 2 Betreten des Waldes (Zu § 14 Bundeswaldgesetz)
(1) Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung ist auf eigene Gefahr gestattet, soweit sich nicht aus den Bestimmungen dieses Gesetzes oder aus anderen Rechtsvorschriften Abweichungen ergeben. Das Betreten des Waldes geschieht insbesondere im Hinblick auf natur- und waldtypische Gefahren auf eigene Gefahr. Zu den natur- und waldtypischen Gefahren zählen vornehmlich solche, die von lebenden und toten Bäumen, sonstigem Aufwuchs oder natürlichem Bodenzustand ausgehen oder aus der ordnungsgemäßen Bewirtschaftung des Waldes entstehen.
(2) Absatz 1 gilt sinngemäß auch für das Radfahren, ausgenommen die Benutzung motorgetriebener Fahrzeuge, und das Fahren mit Krankenfahrstühlen auf Straßen und festen Wegen.
(3) Wer den Wald betritt, hat sich so zu verhalten, daß die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie andere schutzwürdige Interessen der Waldbesitzer und die Erholung anderer nicht unzumutbar beeinträchtigt werden. Im Wald dürfen Hunde außerhalb von Wegen nur angeleint mitgeführt werden; dies gilt nicht für Jagdhunde im Rahmen jagdlicher Tätigkeiten sowie für Polizeihunde.
(4) Organisierte Veranstaltungen im Wald sind der Forstbehörde vor Beginn der beabsichtigten Maßnahme rechtzeitig anzuzeigen, sofern sie nicht mit geringer Teilnehmerzahl zum Zwecke der Umweltbildung durchgeführt werden. Die Forstbehörde kann die Veranstaltung von bestimmten Auflagen abhängig machen oder verbieten, wenn zu erwarten ist, dass durch die Veranstaltung eine Gefahr für den Wald, seine Funktionen oder die dem Wald und seinen Funktionen dienenden Einrichtungen besteht …
Laufstrecke entlang des River Cam in Richtung Ely (foto: zoom)
… dann bleibt Dir eigentlich nur der Fluss Cam, um in Ruhe ein paar Meilen herunter zu zockeln. Der Rest der Stadt ist leider von hektischem Autoverkehr geprägt.
Wem es gelingt die Greens (Grünanlagen) am River Cam zu erreichen, kann sich Richtung Ely eine Laufstrecke von einer bis zu drei und mehr Stunden erschließen.
Licht am Ende des Tunnels ... Weg beim Jäger (foto: zoom)
Turnschuhe in jedweder Großstadt sind einfach fantastisch, so man sie denn anzieht und die Wege jenseits der Auto-Verkehrsadern entlangläuft (neudeutsch: “joggt”).
Hier fotografiere ich gerade einen Abschnitt meiner Laufstrecke um den Hamburger Flughafen.
Die insgesamt 16 Kilometer lassen sich auch prima mit dem Rad bewältigen.
Letzte Kommentare